Anreise nach Qinzhou

Heute früh ging es mit dem Taxi zum Busbahnhof von Nanning der Provinzhauptstadt von Guangxi und dann eine knapp drei Stunden lange fahrt über die Autobahn mit dem Bus durch die Provinz Guangxi nach Qinzhou. Im Bus lief zuerst chinesische Popmusik und dann wurde ein Film mit Chow Yun-Fat gezeigt. So weit wie ich das erkannt habe lief Hard Boiled leider konnte ich kein Wort verstehen da es auf Chinesisch mit Kantonesischen Untertiteln lief.

Am Busbahnhof von Qinzhou sind wir in kleine Motorat-Rigshas umgestiegen. Nach einer Abenteuerlichen Fahrt durch einen Teil von Qinzhou zum Hotel hat uns Lixias Vater empfangen und wir haben unser Gepäck abgeladen und wurden zum Begrüssungsessen in einen separaten Raum des Hotels geladen. Dort konnten sich Nikos Familie und Lixias Vater das erste mal live beschnuppern und damit es nicht zu Verständigungproblemen kommt hat Niko ein Germanistikstudentin aus Konton für das Übersetzen angegiert. Es wurde ein opulentes Mal auf den aus Chinarestaurants bekannten Drehplatten mitten im Tisch aufgebaut und wir haben erstmal ein paar Stunden geschlemmt. Lixias Vater ist super nett und hat sich um uns gekümmert, da ich mit Thomas direkt neben ihm sassen konnten wir gar nicht so schnell schauen wie wir von ihm nachschub in unsere Gläser und Schlüsselchen geschaufelt bekommen haben. So war aber doch etwas die Befangenheit zu merken und es gab einige stille Minuten am Tisch. Mein Eindruck vom ersten Treffen der Familien war positiv so raufen die sich schon zusammen.

Nach dem Essen sollst du Ruhen was einige den tausend Schritten vorgezogen haben. Ich bin mit in die nächste Einkaufspassage um etwas Getränke zu kaufen und einen ersten eindruck von Qinzhou als Fußgänger zu bekommen. In der Gegend des Hotels wird gerade viel gebaut und teilweise war mir nicht ganz klar ob das Hause gerade gebaut wird oder schon verlassen und zum Abriss freigegeben ist. So ist die Stadt aber sehr großzügig und weitläufig nicht so eng und hoch wie Hongkong. Die ganze Stadt ist noch geschmückt von Olympia und den Feierlichkeiten der letzen Woche. In China war am 1.10. Nationalfeiertag und die Chinesen hatten eine Woche Urlaub. Der Verkehr ist sehr chaotisch alle Fahren wie sie wollen und beim Überqueren der Strasse ist es gut trotz grün einen Blick auf die Autos und Motorräder zu haben. Da sich keiner so wirklich um Straßenmarkierungen und Ampeln kümmert. Im Supermarkt angekommen habe ich wieder mal festgestellt das anscheinend überall auf der Welt die Supermärkte im Grunde gleich sind. So habe ich dann auch ziemlich schnell das Wasser gefunden und mir noch einen Eistee eingepackt. Als wir als Pulk von Langnasen wieder zum Hotel zurück geschlendert sind waren wir die Attraktion der Strasse und zogen eine Menge Blicke auf uns. In den kleineren Städten gibt es kaum Touristen und somit müssen die wenigen genau begutachtet werden.

Im Hotel angelandet war noch etwas Freizeit angesagt bis es um 18:00 ein großes Essen gab wo Lixias Familie und Verwandte und Nikos Familie und wir als Freunde alle zusammen kommen um uns etwas besser kennen zu lernen. Die Tradition ist so das einmal die Familie der Braut und einmal die Familie des Bräutigams ein Essen ausgibt. Es gab wieder richtig viel von sonderbaren Speisen die es so wohl nur in China gibt. Angefangen hat es mit einer Suppe aus und mit Fischbauch. Dann gab es die verschiedensten Gerichte von Krabbe über Taube, diverse Gemüse, gebratenen Fisch, Nudeln mit Fleisch, Peking-Entenhaut mit Gemüse in Teigtaschen zum selber zusammen bauen. Und noch viel mehr was ich nicht zuordnen konnte. Ich habe alles durchprobiert und muss sagen es gab nix was nicht geschmeckt hat. Zum Abschluss gab es noch Melone und süße Leckereien aus Teig. Als Getränke gab es natürlich Tee aber auch Bier und einen klaren Schnaps der während des Essen immer fleißig nachgefüllt wurde und mit einem beherzten “Gambai” auf Ex geleert werden musste.

Nach dem Festschmaus wurden wir von Lixias Eltern in ihr neues Haus eingeladen wo wir mit den Motorad-Rigshas hingedüst sind. Dort gab es dann die komplette Besichtigungstour durchs Haus. Dannach wurden wir noch von den beiden Kousengs Chen und Wang auf ein Bier eingeladen. So sind wir von Lixias Haus zum Hotel und von dort als kleine Truppe bestehend aus Niko, seiner Schwester, Thomas unserer Dolmätscherin Vanessa den beiden Kousengs und mir vom Hotel zur Food-Street gefahren und haben dort gemütlich am Strassenrand noch ein paar Biere getrunken und dazu kleine leckereien bestehend aus See-Schnecken, gerösteten Fisch am Spieß und Hühnernierchen am Spiess vernascht. Dazu gab es noch sehr schmackhafte scharfe Soßen und da zum Glück Vanessa unsere Dolmetscherin dabei war auch keine großen Verständigungprobleme. Ein hura auf Vanessa sie war eigentlich schon totmüde da sie schon seit vier Uhr auf den Beinen war um von Kanton nach Quinzhou zu reisen. Sie hat uns aber denn noch begleitet und gedolmascht.

Nun ist es kurz vor drei und ich muss nun schnell ins Bett da es in ein paar Stunden gegen 9:30 Frühstück gibt und dann der weitere Tagesablauf geplant wird. Auf dem Ramenprogramm steht eine Fahrt an den Strand. Weitere Bilder folgen leider ist der Bild-Upload aus China sehr schlecht und die Bytes tröpfeln nur so nach Deutschland.

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